Badidebakel

Ein vernichtendes Zeugnis

Der Schlussbericht der Task Force zur noch nicht abgeschlossenen Badi-Renovation liegt vor. Das Resultat ist keine Überraschung und lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: Dilettantismus pur. Die Fakten, die zu diesem vernichtenden Zeugnis führen, lassen sich in den beiden Zeitungen Zofinger Tagblatt und Willisauer Bote nachlesen (siehe Pressespiegel). Mangelhafte Vorabklärungen, sinnloser Zeitdruck zur Aufnahme des damals, heute und auch in Zukunft hochdefizitären Betriebs, Fehlen einer verbindlichen Konzeptdefinition und eines Pflichtenhefts, ungenügende Kostenkontrolle, Projekt- und damit Kostenaufblähung, Austausch des dagegen opponierenden Architekten gegen einen sattsam bekannten, willfährigen Bauherrenvertreter mit ungenügender Projektkenntnis, miserabler Informationsfluss – dies sind nur die wichtigsten Punkte, die einem Lehrbuch schlechten Managements entstammen könnten. Fazit: Einmal mehr setzten Reider Behörden Abertausende von Steuerfranken für ein Prestigeprojekt in den Sand, das am Schwanz aufgezäumt, ohne ökonomischen Sachverstand geleitet und miserabel überwacht wurde. Dass die Bevölkerung im Mai 2021 über das sich seit Oktober 2020 abzeichnende Debakel orientiert wurde, hält man im Gemeinderat für „zeitnahe Information“. 

In der Privatwirtschaft würde ein derartiges Management-Team umgehend entlassen. In der Reider Behörde gibt es keine Verantwortlichen. Selbst die eigene Ahnungslosigkeit dient noch als Argument dafür, andere (wahlweise Architekt, Verwaltungsrat, Gremien) zu beschuldigen, denen man offenbar blind vertraute. Dass der Gemeinderat als Repräsentant der Alleineigentümerin der Badi Reiden AG nicht nur mit dem Ressortleiter Bildung im Steuerungsausschuss vertreten war, sondern den Verwaltungsrat der Badi jederzeit hätte zur Ordnung rufen können: geschenkt. Dass der heutige Gemeindepräsident nicht nur ein ehemaliger Verwaltungsratspräsident der Badi Reiden AG ist, sondern auch die manipulative Abstimmungsbotschaft der Gemeinde zu verantworten hat: kein Problem.

Die Frage sei erlaubt, ob im Gemeinderat nicht allmählich die Erkenntnis reifen sollte, dass derartige Fehlleistungen (es gibt bekanntlich diverse weitere) ein schiefes Licht auf alle Beteiligten werfen, unabhängig davon, wieviel sie effektiv beitrugen? Selbst wer auf eine treue Parteibasis zählt, die jede Fehlleistung unter den Teppich kehrt, hat doch einen Ruf zu verlieren. Über Reiden hinaus. Im Rat weniger abzunicken, sondern Vorhaben grundsätzlich kontroverser zu beurteilen, wäre ein Anfang.

Die ig-reiden bemüht sich in ihrer Rolle als unfreiwillige Opposition, solche konstruktiv-kritischen Diskussionen extern und über unsere Vertreterin im Gemeinderat anzustossen. Das taten wir schon 2016. Unsere damaligen Vorschläge sind weiterhin aktuell.  

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