Badidebakel

Schwimmer vor - Aktien zeichnen!

Die Badi Reiden braucht dringend weiteres Geld. Der für die Sanierung der Anlage vorgesehene Betrag wurde für das Hallenbad allein verbraucht und dabei erst noch um 30% überschritten. Die Renovation des Freibads wurde noch nicht mal begonnen. Und nun legte auch noch ein Unwetter den Betrieb vorderhand still. Zudem geht das blumig kalkulierte Budget nicht auf. So oder so.

Gemeindeschwimmbäder aus den Siebzigerjahren sind nicht nur bei uns Problemfälle. Sie lassen sich kaum rentabel betreiben. Denn die nach 50 Betriebsjahren überfällige Renovation der dem Chlorwasser ausgesetzten Infrastruktur kostet je nach Bad locker 10-20 Millionen Franken. Soll sie weitere 30 Jahre halten, so braucht es danach erneut 10-20 Millionen für Renovation oder Neubau. Dafür müsste eine solche Anlage jedes Jahr zwischen 300‘000 und 700‘000 Franken an Rückstellungen beiseitelegen. Nur so wäre sie nicht faktisch defizitär. Die Badi Reiden kann aber nur 300‘000 bis 400‘000 Franken Bruttoerträge aus ihrem Betrieb vorweisen. Den Rest bis zur schwarzen Null (ohne Rückstellungen) zahlen die Steuerzahler.

Nur: warum eigentlich? Schwimmen ist gesund, aber nicht weniger ein Privatvergnügen als viele andere Freizeitaktivitäten. Dass Steuerzahler die Schwimmer (und nicht die Sportschützen, Skifahrer oder Springreiter) jedes Jahr mit 430‘000 Franken subventionieren sollten, ist nicht zu begründen. Schulschwimmen allein (welches für einen grossen Teil der Hallenbelegung verantwortlich zeichnet) rechtfertigt diese Subvention nicht.

Tatsächlich wäre es naheliegend, dass diejenigen Bürger, die für den Erhalt der Badi stimmten, nun unverzüglich Aktien der Badi AG zeichnen, um ihr die nötigen Gelder zukommen zu lassen. Wenn sie an das Potential der Anlage glauben, machen sie damit sogar ein Geschäft. Ihr Hobby auf Kosten aller anderen subventionieren zu lassen, ist dagegen gar billig.

 

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